Gastbeitrag: Unser Besuch bei Helene in Togo

Im Februar hatte ich Besuch von meiner Familie hier in Togo. Gemeinsam haben wir Lomé und Togo unsicher gemacht und eine gute Zeit gehabt. Wie diese Wochen für meine Familie wahren und wie sie Togo wahrgenommen haben. Hat meine Mutter in dem folgenden Blog festgehalten:

Nachdem Helene ihren Freiwilligendienst in Togo begonnen hatte, beschlossen wir als Famillie, sie dort zu besuchen.

Wir dachten uns so eine Gelegenheit ein Land und seine Leute kennenzulernen ergibt sich nicht so schnell wieder und ein ganzes Jahr Helene nicht zu sehen ist ja auch sehr lang.

Also stand für uns, unsere anderen Töchter und einem befreundetem Ehepaar fest: “Wir fahren nach Togo!”

Wir hatten keine Ahnung und keine richtige Vorstellung was uns erwartet. Wie wohnt man in Afrika? Was isst man in Afrika? Kurz, wie lebt man in Afrika?

Gleich nach unserer Ankunft in Lomè ging es los mit dem Kennenlernen. Es war erst einmal nur heiß. Freudig und mit Wiedersehenstränen schlossen wir Helene in die Arme und dann ging es los. Wir hatten viel mitgebracht. Also 5 große Koffer plus Handgepäck und vier Leute passten alle in ein öfffentliches Verkehrsmittel , sprich Taxi.

Taxis bzw. Motos sind in Togo die genutzten Verkehrsmittel. Für weite Strecken kann man dann Busse nehmen.

So fuhren wir in Helenes Wohnung, welche sie sich mit einer Mitfreiwilligen teilt. Es gab ersteinmal sehr viel zu erzählen von zu Hause von Freunden und Bekannten von Helenes Arbeit und Leben. Dabei floss viel Schweiß, weil wir selbst bei ruhigem Sitzen einfach nur schwitzten.

Die Wohnung liegt in einem ärmeren Wohnviertel.Helene hat Glück in einem zweistöckigem Haus zu leben .Die anderen Häuser in dem Viertel waren eher garagenähnliche Hütten (ein großer Teil der Stadt bestand aus solchen Hütten).Sie hat im Gegensatz zu vielen anderen Häusern fließend Wasser, Gasherd ,Ventilator allerdings keine Klimaanlage. Alle Böden sind gefließt damit man die ständige Sandschicht besser kehren kann (was Helene laut Putzplan häufiger als ihre Mitbewohnerin tut, man/mama wundert sich). Staubsauger, Waschmaschine ,Fernseher oder andere Elektrogeräte gibt es nicht.

Am nächsten Tag fuhr Helene mit uns zum YMCA .Wir hatten das Gefühl, dass sich die Leute dort sehr über unseren Besuch gefreut haben. Wir wurden wirklich allen, die dort zu tun hatten, vorgestellt. Am wöchentlichen Meeting, welches gerade stattfand, sollten wir auch gleich teilnehmen und offiziell unsere Mitbringsel/Geschenke mit Foto usw. überreichen. Ich hatte den Eindruck, dass der YMCA in Lomè ein wichtiger Anlaufpunkt für die Togolesen ist, von ihnen genutzt wird und die Menschen, die dort arbeiten, sind stolz darauf.

Als Organisation kümmert er sich auch sehr gut um seine “Freiwilligen”. Helenes Mitbewohnerin musste ins Krankenhaus und sofort wurde eingeteilt wer sie besucht , ihr zu essen bringt (im Krankenhaus in Togo wird – wie wir erfahren haben – nur die

“Krankheit ” versorgt für essen und sonstiges ist die Familie zuständig) und sich um alles weitere kümmert. Auch zum YMCA in Deutschland wird Kontakt gehalten, so das die Volontaire nicht so ganz allein auf sich gestellt sind.

In den beiden Wochen haben wir uns in Togo viel angesehen.Wir sind durchs Land gefahren um die Sehenswürdigkeiten, die es dort so gibt und das sind nicht allzuviele, anzuschauen. Die Menschen waren immer freundlich und nett. Es wurde nicht übermäßig gefeilscht und man fühlte sich nicht zu Dingen gedrängt oder genötigt die man nicht wollte. Wenn wir irgendwohin gefahren sind wurde uns ständig gewunken und zugelacht. Ich habe mich auch an keiner Stelle unsicher gefühlt. Natürlich sollte man sich an Regeln halten wie z.B. Nachts nicht allein an den Strand gehen.

Gern haben wir den Markt besucht. Dort wurde alles ge -und verkauft. Es war eine Flut an Eindrücken. Für alle Sinne gab es viel zu tun . Die bunten Stoffe , die mir persönlich am meisten gefallen haben, die Haushaltwaren, Kleidung und natürlich Früchte. Es gab auch viel zu hören. Viel zu viel. Leute die sich unterhielten und handelten, über Megaphone wurden ebenfalls Waren angepriesen oder Meinungen kundgetan, dazu kamen die Motos die hupend durchs Gedränge fuhren. Gerüche gab es natürlich auch, es wurden ja viele Lebensmittel, Fisch und Fleisch angeboten. Das bei 30 Grad führt schön zu einem ungewohnten Geruchserlebnis. Dies alles zusammen und schwitzend war schon anstrengend, aber ein immer wieder schönes Erlebnis. Die Marktfrauen waren auch immer für ein kleines Gespräch mit uns offen und lachten viel.

Beeindruckend war auch der Besuch in Kara im Elefantenpark. Solch großen Tieren unmittelbar gegenüberzustehen und sie anzufassen war schon beeindruckend. Die Elefanten freuten sich scheinbar auch über uns spielten mit unseren Kameras und krabbelten mit Ihren Rüsseln in unsrere Taschen. Wir sprachen lange mit dem dortigem Guide. Er erzählte uns liebevoll von seiner Arbeit mit den Elefanten und schwärmte von seinem Land und der Natur.

Natürlich wurden wir immer wieder angestarrt. Die Kinder schauten aus Ihren Hauseingängen und riefen dann schnell die Geschwister ran damit auch sie uns sehen. Dann riefen sie uns immer laut und freudig “yovo yovo” (Reiche Weiße) hinterher. Ein kleines Kind auf dem Rücken seiner Mutter wollte, dass die Mutter in unserer Nähe blieb, weil es uns anschauen wollte .

Togolesen schlafen auch sehr viel, was mich bei der Wärme nicht verwundert. Sie schlafen einfach überall, auf dem Mittelstreifen der Straße, an ihren Marktständen sogar rücklings liegend auf ihren Mopeds.

Um essen und trinken muss man sich als Tourist eigentlich keine Sorgen machen. Natürlich waren wir vorsichtig und asen nichts von den Straßenangeboten, außer Früchten, die immer gleich vor Ort geschält wurden. Auf dem Markt kauften wir Baguettes, Tomaten, Zwiebeln. Es gibt auch in Lomé Supermärkte die zwar teuer sind, wo mann aber alle gängigen europ. Lebensmittel bekommt. Wir kochten oft bei Helene . Auf Wunsch sogar einmel Thüringer Klöße (aus mitgebrachtem Kloßteig) mit Mischgemüße, Fleisch, Soße und Tomatensalat. In den Hotels bekamen wir lauter bekannte Gerichte wie Pommes, Bürger, Fisch und Spaghetti.

Wir hatten alle zusammen zwei wunderschöne Wochen in Togo. Ich bin froh diese Reise gemacht zu haben .

Wir finden es beeindruckend das die Vollontaire sich dafür entscheiden ein Jahr lang in Togo zu leben und sind dem YMCA dankbar dafür jungen Menschen die Chance zu geben dort Erfahrungen zu sammeln, sich zu entwickeln und so viel zu erleben.

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